Ausritt nach Granat
21.Feb.07
7:30h, der Wecker klingelt. Kaum waren die Augen geöffnet realisierte ich was nun Anstand. Endlich, der ersehnte Ausritt. Also schnell raus aus dem Bett, die Reitsachen aus dem Schrank gekrammt, ab ins Bad und die Tasche gepackt.
Mit allem wichtigen versorgt, gings auch schon mit meiner Freundin Katrin los in Richtung Haltern. Auf der Autobahn noch eine kurze Auseinandersetzung mit einem alten Audi Fahrer und schon gings mit guter Laune durch den Wald zum Stall.
Die ersten Pferde in Sicht & die Anspannung mit Vorfreude wuchs. Dort angekommen begrüßten wir unsere 2 Mitstreiter Rebecca und Markus.
Los gings in die Ställe, alles inspizieren und sich mit den Pferden bekannt machen. Da sah ich plötzlcih den Fuchs mit Stern, der Chicco hieß. Das musste er sein, doch es gab noch mehr Boxen und so ging die Runde weiter. In der letzten Box, kam ein schwarzer zierlicher Kopf zum Vorschein, der jung und bildhübsch aus der Ecke schaute. Was nun? Den Fuchs oder diesen hier?
Keine 2 Minuten später erkannte Rebecca den Schwarzen als Fabio und so war direkt klar wen sie sich ausgeguckt hatte. Nun wurde meine Entscheidung hinfällig.
Weitere 10 Minuten später standen wir in der Box unserer Pferde und striegelten sie sorgsam.
Nur noch der Sattel drauf, aufgestiegen, das erste Foto geschossen und ab in die Wildnis. Zumindest über Sandwege durch den Wald.
Es lagen 2 Std. Ausritt vor uns und ich konnte mir nix schöneres vorstellen.
Chicco war der ruhigste, bravste, aber nicht der langsamste. Zügig ging er im Trab voran, doch blieb er dabei immer gelassen, selbst im Galopp. Man konnte ihn so schnell jagen, doch das Durchparieren ging immer ohne Probleme und innerhalb von Sekunden. Allerdings musste man sich an seinen unbequemen Trab und Galopp erste gewöhnen, doch trotzdem war der ein absoluter Schatz.
Die Ruhe hielt nicht lange an. Kaum 1km vom Hof entfernt, auf der ersten Galoppstrecke ging Branka, die Friesenstute von Katrin, durch und galoppierte gestreckt zurück Richtung Hof. Chicco und ich versuchten sie einzuholen, doch mit diesem Tempo konnten wir nicht mithalten, vor allem da ich nicht auf Risiko reiten wollte. Nach kurzer Zeit fanden wir Katrin mit Branka im Wald neben dem Weg wieder und sahen sie herausstampfen kommen. Nix war passiert, keiner gestürzt und kein Pferd verletzt. So ging es dann mit ganz ruhigem Tempo zurück zur Gruppe.
Der erste Dampf war abgelassen und nach 45Minuten tauschten Katrin und ich die Pferde. Unbedingt wollte ich mal einen Friesen reiten und den tollen Gang erleben, doch mehr als Trab war lange nicht drin. Branka war zu aufgedreht und wollte nur vorwärts. Nach der Hälfte der Zeit gabs kein Weiterkommen mehr und so gings denselben Weg wieder zurück.
Branka wurde endlich weich im Maul, gab vorne nach, bemerkte den Schenkel und wurde im Allgemeinen ruhiger. Selbst als Chicco und Katrin davon galoppierten blieb sie bei mir und wurde butterweich im Trab. Das Aussitzen wurde zum Traum: kein wackeln, kein rutschen, einfach nur toll.

Fabio hatte jedoch mein Herz erobert. Mit 5 Jahren lief dieser Westfale schön ruhig, zeigte wenig Angst und zeigte uns eine Kostprobe seiner schönen Gänge. Total fasziniert merkte ich mir seine Box und seinen Namen fürs nächste Mal.
Ganz am Ende galoppierten Branka und ich auf einem Sandweg vom Hof weg. Nach Startschwierigkeiten wurde es richtig toll und man saß wie auf einem Sessel. Kaum drehten wir in Richtung Hof, wollte sie schon wieder los, doch ich setzte mich kurz durch und schon zeigte sie keine Anstalten mehr loszurennen. Schön ruhig und gelassen gings nach hause.
Auf den letzten Metern schaute ich mir Cara die schwarze scheinbar Andalusier-mix Stute an. Sehr außergewöhnlich war ihr Kopf und trotz ihrer Nervosität ließ sie sich von unserem Anfänger der Gruppe sehr einfach reiten. Sie reagierte schön auf Stimme und regte sich nicht weiter auf, wenn er etwas unruhiger sass.
Alles in Allem war es ein schöner Tag der wieder mal zu schnell vor rüber ging.

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