09 Februar 2019

Der verlässliche Wegweise für die Zukunft ist die Vergangenheit

Purer Zufall oder doch Schicksal? Nach vielen Jahren habe ich bei einem anderen Anbieter einen Reiseblog angefangen und habe mich an meinen alten Blog zurück erinnert. Einfach mal auf Gutglück auf einen alten Link geklickt und tadaaaa... es gibt ihn noch. Eigentlich war ich mir sicher, dass dieser Blog schon lange abgeschaltet wurde. Umso erfreuterter bin ich das es ihn noch gibt.
Auch wenn ich soooo viele Rechtschreibfehler schon im ersten Bericht gesehen habe. Oh weia. Da muss ich mal ran. Zumindest bei einigen.
Da mir das schreiben und erzählen so viel Spaß macht, werde ich ihn mal wieder aufleben lassen. 2019 gibt es also ein Rivival.

27 Dezember 2009

Verflixte Weihnachten

Wie schaut euer Weihnachten oder die Vorweihnachtszeit so aus? Streßige Vorbereitungen, Kauf von vielen Geschenken, Wohnung putzen, Tannebaum kaufen und schmücken, Zeit der Familie mit viel Essen im gemütlichen Zuhause oder Besuch der Verwandten. Genau, das kennt ja jeder.

Warum sollte es bei mir dann anders sein? Hmm... laßt mich mal überlegen. Ach ja, weil mein Auto kurz vor Weihnachten kaputt ging, sich mein Hund in der Weihnachtszeit das halbe Bein aufgeschnitten hat und ich mit meinem Pferd nach Weihnachten auf dem Asphalt gestürzt bin. Soweit zur Kurzfassung.

Auf dem Weg zur Arbeit...
Soweit kam ich gar nicht. Morgens 4:00h auf dem Weg zu meinen Eltern um die Gassirunde mit den Hunden zu machen, stieg ich ins Auto, drehte den Schlüssel und... kein Mucks. Kein Orgeln, kein Stottern, einfach Stille. Was nun? Wieder schnell ausgestiegen, abgeschlossen und hoch in die Wohnung. Eben meinen Freund aus dem Bett geworfen, um sich das Auto zu leihen gings dann doch zur Arbeit. Abends wollten wir dann die Batterie wechseln, weil diese vermutlich platt war, doch da fiehl das lose Kabel auf, das zur Batterie lief. Hmm... Was könnte das sein? Mein Papa erkannte relativ fix, dass es das Kabel zum Anlasser war. Ohne das Kabel konnte natürlich auch der Anlasser nix machen. Also mußte kurzerhand ein neues Kabel her. Kurzerhand zog sich allerdings über 1 Woche, so das ich die ganze Zeit mit dem Auto von meinem Freund fahren mußte. Gut das wir den haben.

Ganz normaler Spaziergang...
Kurz bevor wir wieder zuhause waren, spielten die Hunde noch mal auf dem letzten Weg neben dem Kohleberg. Dort können sie auf einer relativ langen Strecke rennen, toben und herumspringen wie sie möchten. Naja... soweit zur Theorie. Aus irgendeinem Grund drehte ich mich auf diesem Stück um und sah schon Whisky in meine Richtung humpeln. Hmm... hat er wohl in irgendetwas reingetreten. Bereits auf dem Weg zu ihm sah ich jedoch wie immer mehr Blut an dem Bein herunterlief und mittlerweile die gesamte weiße Pfote nur so tropfte. Also etwas schneller zum Hund gelaufen und was seh ich? Von dem oberen Ballen ab einen riesen Riss bis unten zu den Pfoten. Oh Gott... Meine Schwester und Andrea blieben bei Whisky während ich mit Rooky nach hause rannte und das Auto holte. Whisky schnell eingeladen und los zum Tierarzt. Dort wurden wir direkt hinten in den Warteraum geleitet und das Bein wurde erstmal schnell mit einem Druckverband versorgt. Whisky war während dessen bereits mit dem Kreislauf ziemlich im Keller und ließ alles über sich ergehen. So schlimm wie er sich sonst beim Tierarzt auffürht, so brav war er nun. Was mich natürlich noch mehr erschreckte. Das ganze Blut im Auto, auf dem Parkplatz vom Tierarzt und in der Praxis waren für meine Schwester schon zuviel. Sie ging bereits raus ins Wartezimmer und setzte sich dort hin. Als der Tierarzt anfing die Wunde auseinanderzusuchen und versuchte die Ursache der starken Blutung zu finden war dann auch mein Punkt erreicht und ich mußte Whisky dem Tierarztteam übergeben und bin selber geflüchtet. So viel Blut hatte ich dann doch mein Lebtag noch nicht gesehen.
Nach 1,5Stunden OP wurden wir dann aufgeklärt. Whisky hatte sich das Bein auf der gesamten Fläche aufgeschnitten und dabei wurde auch die Sehne durchtrennt. Diese konnte er wieder zusammen nähen, doch die irreparabel zerstörte Arterie konnte leider nicht wieder geflickt werden. Also band er sie ab, schütze sie mit einem Gewebeband und dann hieß es nur noch hoffen. Hoffen dass die anderen Gefäße die Blutversorgung der Arterie mit übernehmen. Noch total benommen und absolut nicht bereit wieder aufzustehen, trugen wir Whisky ins bereits grob gereinigte Auto und fuhren nach hause. Am nächsten Tag ging es dann zum Verbandswechsel. Oh jaaaa... der brave Hund von gestern war passé. Whisky mußten wir mit kräftigen Armen festhalten, doch die Naht könnte nicht besser aussehen. auch die Zehen waren alle gut durchblutet, so das alle im Raum aufatmen konnten. Besser hätte der Verlauf der Wunde nicht sein können. Gute Arbeit sag ich mal. Die nächsten Tage werden wir alle 2 oder 3 Tage den Verband wechseln müssen, damit immer wieder Luft an die Wunde kommt und wir sie somit trocken halten können.

Ausritt bei schönem Wetter...
So hatten wir uns den Tag zumindest vorgestellt. Nicht weit vom Stall entfernt passierte dann das Unglück. Wir wollten auf die andere Straße abbiegen und über den Trampelpfad neben dem Feld eine kleine gemütliche Runde machen. Doch genau auf diesem Stück, trabte Quelle an, rutschte mit allen 4 Beinen aus und landete samt mir auf dem Asphalt. Im letzten Moment konnte ich noch abspringen, so das ich mir lediglich eine Schürfwunde am Finger zuzog, doch Quelle wollte nicht mehr aufstehen. Sie stöhnte und versuchte nicht mal mehr sich zu erheben. Da war die Panik groß, was konnte meine Stute nur haben, das sie nicht mehr aufstehen wollte. Mittlerweile waren dort 2 Spaziergänger mit Hund, 1 Jogger, 1 Mann vom Stall neben an und noch 2 Autofahrer. Keiner konnte sie dazu bewegen. Schnell mit Tierärzten telefoniert, die uns rieten ihre Hufe zu stabilisieren und sie zum Aufstehen zu zwingen. Sie mußte aufstehen. Nach mehreren Minuten schafften wir sie zu aktivieren und sie stand. Zuerst dachte ich sie hätte sich die Seite aufgerissen vom Asphalt doch der Schrecken war größer als die Wunden. Eine Schürfwunde am Sattelgurt und eine Schürfwunde am Knie waren die einzigen Blessuren. Da konnte ich endlich aufatmen. Man war das ein Mist, wenn ihr nun was passiert wäre. Ich wills mir gar nicht vorstellen.
Ines nahm mit Pepe alle Utensilien wie Sattel, Schabrake und Gorgue und ich versuche Quelle so zu beruhigen das sie vorsichtig mit mir zurück ging. Doch viel beruhigen musste ich sie nicht. Sie guckte etwas verschreckt, doch dann schnaubte sie wieder lief ganz brav neben mir. Allerdings im eiligen Schritte nach hause, so das ich sie des öfteren daran erinnern mußte bitte vorsichtig zu laufen und nicht nochmal auszurutschen. Zuhause die Wunden versort und sie nochmal vortraben lassen um zu schauen was sie hat. Stellte ich sie dann in die Box und hoffte sie hätte wirklich nix weiteres.

24 November 2008

Teil 3: Vom Tierheimhund zum Agility-Lehrling

Was bedeutet "normalerweise" das Wochenende? Keine Arbeit, Ausruhen, Faulenzen - einfach abschalten und nix tun. ;o)
Ihr ahnt vermutlich schon das richtige. Mit Rooky ist kein Tag normal oder gar langweilig. So musste ich mir wieder etwas ausdenken, was uns beiden Spaß macht und den Tag mit Action füllt.
Durch Nachbarn die selber einen Hund haben, habe ich dann den Tipp meiner jetzigen Hundeschule bekommen. Dort werden neben den Junghunde, Grund- und Fortgeschrittenen Kursen auch Kurse wie Flyball und Agility angeboten. Da ich Agility von zahlreichen Hundeshows und -messen kannte habe ich mich im Vorfeld etwas darüber informiert und dann in der Hundeschule nachgefragt.
Die komplette Ausbildung zum Agility-Hund dauert 4,5Jahre und beinhaltet viel Zusammenspiel von Hund und Mensch. Es ist nicht nur wichtig die Geräte zu kennen sondern man muss den Hund auch verstehen und lenken lernen.

Zurzeit gibt es 3 Kurse ( 1x Mini-Agility und 2x Agility).
Mein Agility-Kurs findet samstags von 11-12h statt und besteht aus 4 Hunden mit seinen Besitzern. Neben Rooky gibt es da z.B.:
  • Stella: Terrierdame, quirlig und ein Flummi
  • Jay Jay: Bordercollierüde, schnell, wendig und aufmerksam
  • Tory: Australien Cattledogdame, besitzerfixiert, eigenbrötlerisch, verspielt
  • xxx: Terrier-Mixdame, souverän, schnell, freundlich
In der Gruppe herrscht soweit eigentlich Harmonie, wobei sich Rooky und JayJay nicht ausstehen können. Sie gehen sich allerdings aus dem Weg und lassen sich somit in Ruhe. Dem gemeinsamen Ballspiel am Ende ist jedoch dadurch kein Abbruch getan.

Zu Beginn der Stunde werden zuerst einige Geräte mit bestimmten Befehlen geübt. Dabei lernen die Hunde die gewissen Kontaktzonen kennen und bekommen gezeigt wie sie die Geräte genau zu nehmen haben. Ebenfalls werden die Geräte benannt, so dass der Hund identifizieren kann welches Hindernis als nächstes folgt.
Zum Abschluss der Stunde wird ein Parcours mit ca. 14 Hindernissen durchlaufen. Ziel ist es den Hund später auch voran oder seitlich abschicken (back) zu können, so das man selber den kürzesten Weg zum nächsten Hindernis wählen kann. Wichtig dabei ist auch die Art des Wechsels (Seitentausch) mit dem Hund. Man kann entweder vor oder hinter dem Hund wechseln, zumindest sollte keiner von beiden auf seinem Weg gestört werden.

Wichtig beim Agility sind stets der Spaß an diesem Sport und die Motivation des Hundes.

Unsere Hundeschule nimmt an keinen Turnieren teil und doch gibt es am 14.Dezember ein Agility-Turnier. Dort werden die 3 Kurse gegeneinander antreten und somit der Stand der einzelnen Gruppen verglichen. Die meisten Hunde sind bereits seid 6 Monaten dabei und trainieren seid dem sehr fleißig. Rooky und ich sind erst Anfang Oktober dazu gestoßen und haben so einiges aufzuholen.
Rooky kennt bereits alle Geräte und macht wirklich toll mit. Die Geräte die ihm zuerst Angst bereitet haben, sind heute kein Problem mehr. Er rennt über den Steg genauso wie über die Wippe. Im Slalom sind wir noch etwas langsam, aber selbst das macht er sehr gut und ordentlich. Beim Agility ist Rooky sehr konzentriert und aufmerksam. Obwohl er normalerweise Pausen mit Schlafen überbrückt ist er da immer hibbelig und jankt, weil er unbedingt weiter machen möchte.

Vom Tierheimhund zum Agility-Lehrling.

- sein halbes Leben im Zwinger und Spaziergänge nur an der Leine -

21 September 2008

Teil 2: Vom Tierheimhund zum Trickdog

Gerade vom Spaziergang zurück, vielleicht noch etwas auf der Couch gelegen und schon lässt sich der Hund wieder allen möglichen Mist einfallen. Erst werden Sachen geklaut, dann werden im Garten Löcher gebuddelt und wenn das immer noch zu langweilig ist wird einfach die Katze gejagt. Nicht weil man keine Katzen mag, nein, einfach mal so, weil das hinterher rennen so einen Spaß macht. Beschäftigung kann man sich auch irgendwo suchen.
Wenn ein ausgiebiger Spaziergang nicht reicht, was soll man dann tun?
Ganz einfach, man nutzt das Potential und die Motivation des Hundes um etwas Neues zu lernen.
Das Geschirr angelegt, die Leine eingeklinkt, die Bauchtasche mit Leckerlies umgeschnallt und los geht’s:
Angefangen habe ich mit Abgewöhnen des Bettelns. Gelernt hatte er nämlich, dass er immer wenn er sich vor einen setzt ein Leckerlie bekommt. Zum einen gefällt mir nicht, wenn der Hund
bettelt und zum anderen ist es keine Aufgabe, wenn er es sowieso von sich aus macht.

Erst habe ich ihn gerufen, dann kurz bevor er bei mir war das Kommando „Steh“ gegeben. Aus Gewohnheit hat er sich immer wieder hingesetzt, also habe ich ihn hingestellt, gelobt und das so lange wiederholt bis er verstanden hat dass es nur ein Leckerchen gibt wenn man stehen bleibt. Kaum war das verstanden war das Kommando eine Leichtigkeit für ihn.
Immer wieder denke ich mir neue Sachen aus, wie z.B. das Ablegen auf einem Baumstamm oder das Hochspringen auf einen Felsen. Rooky lernt sehr schnell und für Leckerchen tut er ja alles.
Sobald die Kommandos richtig saßen, kam etwas Neues hinzu. Mittlerweile kann er die Rolle und das Kommando „Tod“. Wobei die beiden Befehle gut aufeinander aufbauen…
Fasziniert hat mich immer schon der Sport „Agility“ und die Kunst einen Hund durch Slalomstangen zu schicken. Die passende Übung für uns zwei war schnell gefunden. Rooky sollte abwechselnd immer durch das nach vorne gehende Bein im zick zack laufen.

Jeder neue Trick wird erst langsam mithilfe von so einigen Leckerchen geübt, dann werden sie immer weniger bis er den Trick ohne viele Kommandos ausführt.
Manchmal fehlt die Motivation, manchmal ist alles andere interessanter, mal bin ich nicht ganz bei der Sache, doch wenn wir konzentriert arbeiten, dann lernt Rooky unwahrscheinlich schnell und achtet genau auf meine Kommandos.
Unsinnig aber doch gut für eine Beschäftigung ist unser neuester Trick.
Wenn wir über die Wege auf den Kohlebergen gehen, dann schicke ich ihn „Hoch“, d.h. er springt neben dem Weg auf den Hang, dann schicke ich ihn „Rum“ um den nächsten Baum und wieder „Runter“ auf den Weg.
Wenn er schon merkt dass ich ihn hochschicken will, schaut er aufmerksam zu mir hoch und kaum sage ich „hoch“ schaut er schon nach dem nächsten Baum um den er herum gehen könnte. Noch beschränkt sich die Übung auf ca. 1m Entfernung, doch mit etwas Training und Routine wird er sicher auch lernen um einen Baum zu laufen, der etwas höher auf dem Hang steht.
Es macht einfach immer wieder Spaß ihm etwas beizubringen und zu sehen welchen Spaß er daran hat.
Erlernte Befehle :
  • Sitz
  • Platz
  • Steh
  • Komm / Hier
  • Halt
  • Aus
  • in die Hand (Spielzeug in die Hand geben)
  • Voran
  • Pfötchen links und rechts
  • Tipp (die Nase berührt die Handfläche)
  • Hoch - Hopp
  • Rum
  • Runter
  • Tod
  • Rolle
  • zick zack durch die Beine laufen
  • Männchen
  • Ablegen auf Entfernung
  • Zurück (z.B. wenn er aufgestanden ist, bevor ich rufe)
  • ans Pferd (er soll neben dem Pferd gehen)
vom Tierheimhund zum Trickdog
– kann so ein Potential selbst in 1,5Jahren übersehen werden –

Teil 1: Vom Tierheimhund zum Reitbegleithund

Was bietet sich bei einer leidenschaftlichen Reiterin mit einem sportlichen Hund mehr an als gemeinsam zum Stall und auf einen Ausritt zu gehen?
Nach kurzer Eingewöhnung an die großen komischen Tiere namens Pferde, den Alltag am Stall und die Gewöhnung an Laufen neben dem Pferd hieß es also:
Stall misten, Pferde von der Weide, Ausritt vorbereiten, Hund an die Leine und los ging’s. Zuerst ritten wir mit 3 Pferden, 3 Reitern und Rooky los, doch dann holten wir die vierte im Bunde ab und es ging über die Hauptstraße, durch ein kleines Waldstück hin zu den Feldern. Dort konnte Rooky dann auch ohne Leine frei neben uns herlaufen und wir konnten die letzten warmen Sonnenstrahlen gemeinsam genießen.
Etwas skeptisch, aber doch ausgelassen und entspannt lief Rooky neben uns her, schaute immer wieder nach entgegen kommenden Hunden und erfreute sich an den Strecken wo wir alle zusammen trabten oder gar galoppierten. Dieses war sein erster Ausritt ohne Leine und auch der erste mit mehreren Pferden, doch wie immer hat er das sehr souverän gemeistert. Um ihn für die Straße wieder anzuleinen musste ich erst absteigen, was Rooky direkt ausnutze um noch einige Streicheleinheiten einzukassieren. Schließlich ist Frauchen jetzt über eine Stunde so weit oben auf dem Pferd gewesen und er konnte nur nebenher laufen. An der Straße bilden Quelle und Rooky wieder ein super Team, denn wird es eng so weicht er nach vorne oder hinten aus und wir müssen nicht direkt auf der Straße reiten. Ist jedoch genug Platz, so kommt er direkt neben uns und läuft mit gleichmäßigem Abstand zur Quelle mit.
Zurück am Stall wurde natürlich erstmal ausgiebig geschmust und gespielt, wobei ich immer noch nicht weiß woher er die Kondition nimmt. Am Pferd zu laufen ist für ihn vom körperlichen wie auch vom Kopf her weitaus anstrengender als am Fahrrad zu laufen.
Die Folgen erkannte man jedoch abends. Denn keine 10Minuten nach dem Füttern legte er sich zu meinen Füßen und war ruck zuck eingeschlafen und stand auch erstmal nicht mehr auf.
Am besten finde ich immer noch, wenn ich zuhause meine Reithose anziehe und Rooky genau weiß wo es hin geht und sich total freut. Das zeigt mir immer, das es genau richtig war ihn mit zum und ans Pferd zu nehmen.
vom Tierheimhund zum Reitbegleithund
– wer hätte das bei seiner ursprünglichen Angst vor Kühen gedacht –

Vom Tierheimhund zum….

„Kein Tag ohne Action, kein Tag ohne Lernen und auch kein Tag ohne Spaß.“

Kennengelernt habe ich Rooky ja als nicht gerade einfachen Hund, der in seiner Vorgeschichte bereits gebissen hat. Hinzu kam dann noch, dass er gerne jagt, oft an der Leine zieht und sich völlig unausgelastet präsentierte.

Eigentlich wollte ich einen einfacheren Hund, der überall mit hin kann, doch irgendwie hatte er so eine Art an sich die mich sehr reizte. Auf der einen Seite sehr verschmust und total menschenbezogen und auf der anderen Seite klug, talentierte, gelangweilt und stur.

Meine Auswahlkriterien für einen jungen, sportlichen und klugen Hund trafen somit voll und ganz auf Rooky zu.

Mit dem Potential und dem Willen zu Arbeiten musste er einfach zum Allrounder werden. Die Vielseitigkeit die ich im Tierheim so an ihm schätzte hat er im Familienleben bereits um Längen übertroffen.

Seid dem Rooky mit zu meinem Leben gehört, kann ich kaum noch über Langeweile klagen. Faul ist jeder Mal, auch Rooky und ich, aber meist ist der Tag eher mit einem vollen Programm verplant.

Schon bevor der Tag für mich beginnt lässt sich Rooky irgendwas einfallen. Ob es die Idee ist mich einfach mal vor dem Wecker schon zu wecken oder ob es der Versuch ist das Frühstücksbrot meiner Eltern vom Tisch zu klauen, immer wieder was Neues.

Schließlich ist morgens auch die langweiligste Zeit vom ganzen Tag. Alle machen sich fertig, einer nach dem anderen verlässt das Haus und erst in 2 Std. kommt jemand wieder, so geht das ja nicht.

Auf der Gassirunde um 9:15h wird sich zum ersten Mal mit den anderen Hunden richtig ausgetobt, dann wird ein wenig geschlafen, etwas gespielt und wenn Frauchen dann um 16:30h von der Arbeit kommt geht der Spaß erst richtig los.

Kaum komme ich durch die Tür werde ich schon wild begrüßt, dann klaut Rooky gerne einen Schuh, schleppt ihn irgendwohin und dann wird geknuddelt was das Zeug hält. Nach einer kurzen Verschnaufpause und etwas zu Essen geht es meistens direkt wieder los.

Neben den normalen Spaziergängen – was heißt schon normal - kann man uns auch beim Fahrradfahren oder auf einem Ausritt antreffen.

Fortsetzung folgt...

20 Juli 2008

Neueröffnung der Kletterhalle "Bergwerk" in Huckarde

15.März.2008

Nun bekommt die große Kletterhalle „Neoliet“ in Bochum Konkurrenz. Endlich eine Halle direkt um die Ecke.
Katrin unsere Kletterspezialistin, mein Bruder mit einigen Klettererfahrungen und ich als total unerfahrenes Mädel verabredeten sich und fuhren am besagten Samstagmorgen mit Sack und Pack gemeinsam zur Halle.
Die erste Schwierigkeit war die Findung der Halle zwischen den ganzen alten Zechengebäuden und die zweite die Findung des Eingangs in die Halle. Die Zeitplanung der Erbauer hatte leider noch nicht ihren Abschluss gefunden, so dass man sich zuerst auf einem Schotterparkplatz arrangieren musste, danach über einen provisorischen Weg zum Hintereingang geführt wurde und anschließend die teilweise schief beschrifteten Routen identifizieren musste. Abenteuererlebnis pur ;o) Obwohl es noch an einigen Ecken an der Ausarbeitung und Umsetzung fehlte, konnte sich die Halle bereits sehen lassen. Wände von 20m Höhe; Routen von verschiedenen Schwierigkeiten und eine attraktive Lage.
Katrin und mein Bruder tobten sich an den hohen Wänden aus, ich hingegen begab mich lieber an die sicheren und einfachen Routen. Die erste Wand hatte maximal eine Höhe von 5 oder 7m, begann allerdings bereits 10m über dem Boden auf einer Art Balustrade. Dazu sollte man wissen, dass sie auf 2 Etagen gebaut ist. Die 20m Kletterwände in der Mitte reichen vom Fußboden bis zu Decke. Die kleineren Wände beginnen auf der 2.Etage und reichen ebenfalls bis zur Decke. So haben auch die einfacheren Routen einen spektakulären Blick in die Tiefe und man befindet sich teilweise in einem Gefühl der Schwebe, wenn links neben einem nichts mehr ist und man dann direkt 20m in die Tiefe blickt.

Unter Anleitung und Hilfe versuchte ich mich später auch an einige für mich kniffligere Routen und war erstaunt wie schnell man zumindest etwas besser wurde. Eher weniger grazil als tollpatschig aber mit einer Menge Spaß kletterte ich munter durch die Gegend. So einfach meine Routen waren, so staunte man nicht schlecht als ein ca. 10Jahre alter Junge eine der technisch schweren Routen ohne jegliche Anzeichen von Angst und Bedenken hinaufkletterte und selbst die überstehende Säule in schnellen Zügen meisterte. Die Augen der Zuschauer beharrten gespannt auf die Tritte und Griffe des kleinen Künstlers und so sahnte er beim Abstieg reichlich Applaus und Anerkennung.

Beim Rundgang findet man in jeder Ecke etwas Neues. Vor allem die untere Etage birgt viele tolle Dinge. Angefangen mit der Boulderhöhle mit einer Beleuchtung wie in den Grotten in Frankreich, vorbei an den nachgeahmten Felsspalten bei der der erste Griff weit über Kopfhöhe positioniert ist oder die Routen über Eck und über zahlreiche Vorhänge. Die langen Strecken verlockten einige der Sportler gleichzeitig zu starten und an parallelen Routen ein Wettrennen zu veranstalten. Nicht nur das sie die Technik gut beherrschen, sondern auch die Kraft und Schnelligkeit unter Beweis stellen konnten. Direkt am Treppenaufgang konnte man die ersten Kletterer über sich an der Decke begutachten, die zuerst einen 2m langen Überhang bewältigen mussten um den Rest an der senkrechten Wand hinter sich zu lassen.

Der heutige Stand und die Zukunftspläne der Mitarbeiter lassen ein tolles und vielseitiges Abenteuerreich erhoffen. Mit angrenzendem Biergarten und integriertem Saunabereich.
So ging ein langer, schöner und auch anstrengender Tag zu Ende. Es ist immer wieder ein Besuch wert!

Disco Fox I & II

Tanzschule Schmidt-Hutten
12.Januar.-08.März.2008

Rhythmus, Schrittfolgen, Partnertanz? Ja, sieht doch schön aus wenn man es kann. Auf die nett gemeinte Frage "Tanzte mit mir?" folgte postwendend ein panisches "Nein, das kann ich nicht. Frag wen anders." Die Vorstellung sich vor allen Anderen die Beine zu brechen und sich völlig zu blamieren, nein danke. Da musste sich was ändern und schwupps war die Anmeldung zum Kurs Stufe I ausgefüllt, das Geld überwiesen und ich stand in der ersten Stunde mitten zwischen tausend älteren Pärchen.
Mir schwebte so die Frage im Kopf rum, wieso ich das noch mal machte und worin ich noch gleich den Sinn gesehen hatte. Doch dann sah ich zwei bekannte Gesichter und schloß mich zumindest für die Wartezeit an. Dort waren die Rollen klar verteilt. Die Eltern schenkten den Kurs zu Weihnachten, die Freundin total happy und der Freund mit fürchterlich schlechter Laune und Null-Bock Haltung.

Zuerst wurden alle allein stehenden Männer begutachtet und bei dem ein oder anderen verging mir dann doch etwas die gute Laune. Als ich aus versehen laut aussprach was ich dachte "Oh nein, wenn der mein Hospitant ist dann geh ich aber postwendend wieder nach hause", kam der Tanzlehrer zu mir und fragte Tom, einen Platz hinter meinem Gegenüber, ob er sich um mich kümmern würde. Genau jetzt kam der Zeitpunkt bei dem man einfach im Erdboden versinkt.
Tom schaute zu mir rüber, lächelte und sagte "Klar, mach ich gerne. Hi, ich bin Tom". Hatten wir das geklärt, nun ging es ans eingemachte.

In den ersten Stunden war alles neu, ungewohnt und fremd, doch Tom und ich verstanden uns auf Anhieb recht gut und erfuhr, dass Tom vor einem Jahr das erste Mal diesen Kurs besucht hatte. Anschließend hatte unser Tanzlehrer Frank ihn gebeten dieses Jahr zu hospitieren und so kreuzten sich dann unsere Wege. Von Stunde zu Stunde verstanden wir uns immer besser und so wurde aus einem harmlosen Tanzkurs eine durchaus lustige Abendveranstaltung. Nicht immer im selben Takt oder gleicher Meinung konnte es schon mal zu einigen kleinen Kabbeleien kommen, die meist in einem Lachkrampf und irgendwelchem Blödsinn endeten. Mein Tanzpartner hatte stets gute Laune, hatte immer Unsinn im Kopf und wurde dazu noch reichlich frech. man kann sich also vorstellen, dass das Date zum Kurs Stufe II kurzerhand unter Dach und Fach war und wir uns den komplizierten Figuren widmeten.

Nicht jede Stunde verlief reibungsfrei; mal drehte der eine links statt rechtsrum, der andere lief nach vorn anstatt stehen zu bleiben und dann wurde man noch vom Tanzlehrer für den Blödsinn getadelt. Immer wieder wurde die Figur schwerer und es hieß jedes Mal:
Wer muss wo hin, wer macht was und um Himmelswillen wie hält man die Arme richtig?
Eine verdrehte Schulter, 2 blaue Flecke und dem grübelnden Blick von Frank später klappte dann alles und dem Happy End stand nix mehr im Wege. Schnell verging die Zeit und saß man nach der letzten Stunde an der Bar und trank zum krönenden Abschluss noch ein Gläschen Wasser. Da Tom keinen Standartkurs lernen wollte und ich das Risiko eines weiteren Hospitanten nicht eingehen wollte, trennten sich dort unsere Wege.

Eine durchaus witzige und lehrreiche Zeit!

Kanu Show 2008

Seestadthalle Herne
23.Februar.2008

Wie jedes Jahr stand die Kanu Show vor der Tür. Dieses Mal wieder in der Seestadthalle in Haltern. Kaum wurde der Kartenvorverkaufstermin bekannt gegeben, waren die ersten schon verkauft.

Am Samstagmorgen pilgerten die verschiedenen Paddlertrüppchen Richtung Haltern, auf der Suche nach bekannten Gesichtern, günstigen Schnäppchen und den heißesten Neuheiten.
Keinen Meter hinter dem Einlass schon die ersten Begrüßungszeremonien mit zeitgleichem Austausch der letzten Erlebnisse. Und dann ging es gemeinsam in die Halle und in den Trubel der Kanustände.
Alles war vertreten von Freak Kajaks über Outdoordirekt bis zu Ty Warp. Immer wieder wurde der Rundgang abgebrochen um mit irgendwelchen Paddlern über neue Produkte, neues Design oder passende Boote zu fachwerkeln. Interessanterweise gab es eine weitaus weibliche Kollektion. Vertreten durch ein pinkes Boot mit Hawaiiblumen, ein rosa Helm, einer pastellfarbenen Paddeljacke, einer passenden Frauenschwimmweste und natürlich einer Spritzdecke extra für Frauen. Nicht das ich ein Befürworter dieser Farbkombination bin, doch irgendwie hatte dieses Outfit ein gewisses Maß an Stil.
Jedoch die gedachte praktische Variante des Trockenkomplettanzuges stieß bei mir auf absolutes Unverständnis. Praktisch hin oder her, das würde ich im Leben nicht anwenden. Nach der lustigen Beratung eines Outfits für Frauen, ging es dann zu weiteren außergewöhnlichen Funden. Der Liebestöter im Bereich der Kanuten wurde schnell aufgestöbert- ein lila Fleece-Einteiler. Lasst es euch auf der Zunge zergehen und ich verrate später wer sich als erstes geoutet hat, genau dieses Exemplar bereits in seinem Schrank zu haben. *g*

Wofür war eine Messe dieser Art noch von Nutzen? Richtig... shoppen war angesagt.
Der größte im Bunde kaufte sich eine schicke dünne aber winddichte Jacke von Vaude und die zwei Mädels kauften eine Trockenjacke, eine Paddlerkette und ein Geschenk für die Mutter.

Kurz vor Messeschluß um 18Uhr ließen sich einige Pizza für den ersten Hunger kommen und vertilgten diese im gemütlichen Beisammensein. Für mich wurde es Zeit Richtung Castrop aufzubrechen um dort mein Date mit meinem Tanzpartner zum Disco Fox-Kurs zu erfüllen. Eine Std. auf der Tanzfläche, ein Zwischenstopp in Waltrop und 3Std. später fanden wir uns in Haltern am Bootshaus wieder. Wie nicht anders zu erwarten war die Aftershow-Party bereits im vollem Gange. Die Band von unseren Freunden sorgte für ausgelassene Stimmung und wir reihten uns mit einem leckeren Krefelder mit ein. So wurde getanzt, gesungen und kräftig gefeiert bis es dann hieß "Abfahrt". Geschickt den Schlüssel an den Bruder abgegeben und schlafenderweise nach hause kutschiert worden.

Die Planung und Verabredungen fürs nächste Jahr stehen bereits fest!

21 Juni 2008

Neues Familienmitglied - Rooky

21.Juni.2008

Alte dominante erfahrene Dame trifft auf charmanten zurückhaltenden Jungspund. Mit zittrigen Knien und feuchten Händen schaute ich gespannt was passiert. Eine kurze Klarstellung der Rangordnung und ein respektvoller Blick später kontnen wir doch in Ruhe unseren Spaziergang durchführen. Umbra und Rooky sind nicht gleich beste Freunde, doch später sollte es keine Probleme geben. Sie konnten ruhig nebeneinander laufen, sind gemeinsam im Fluss ihre Füße kühlen gegangen und sind mit uns ausgelassen über das Feld gewetzt. Somit war eine der großen Hürden gemeistert.


Beim nächsten Besuch kam dann die Familie mit. Rooky begrüßte mich erstmal ausgiebig und schon kam der Rest der Familie dran. Einmal alle begrüßen, wobei er immer wieder versuchte meinen Vater von sich zu überzeugen, da er eher reservierter war und ihn nicht gleich so durchschmuste wie die anderen. Meine Mutter hatte sich gleich mit ihm angefreundet und schaute wie die zwei zusammen an der Leine klar kamen. Auch wenn er nach einigen Schritten lieber zurück zu mir wollte, ging er brav mit und ließ sich auch einige Befehle geben. Die Nervosität und die Anspannung waren wie weggeblasen und ich freute mich nur noch. Wieder ein schöner langer Spaziergang mit meinem Hund und dann noch mit der ganzen Familie. Wir gingen gemeinsam mit den Spaziergängern Andrea und Andreas und Rooky’s Freundin Sally eine schöne lange Runde von 2,5Std. Beim gemeinsamen Pläuschen fiel dann auch die Entscheidung Rooky doch schon vor dem Urlaub zu uns zu holen.

Ich freute mich natürlich riesig dass ich ihn schon vorher zu mir holen kann und meine Familie sich während meines Urlaubs um ihn kümmert. Einfach nur schön.

Seine treuen Spaziergänger waren natürlich etwas überrumpelt und hatten nun nur noch eine Woche mit ihm, aber ich denke sie freuen sich auch für ihn. Und ein zukünftiger Besuch ist auch schon ausgemacht. Endlich nach 1,5Jahren aus dem Tierheim in die privaten Hände. Auch wenn er schon 2 oder 3 Mal ohne Erfolg vermittelt wurde, werde ich alles dafür tun das er nun sein endgültiges Zuhause gefunden hat.

Somit war die nächste Hürde auch genommen und es fehlte nur noch die Benachrichtigung der Tierheimleiterin und das von ihr gegebene OK. Zuerst berichteten Andrea und Andreas nachmittags was der Plan war, denn vorher hatte sie keine Zeit und sie nahmen mir die zweite Fahrt an dem Tag ab, und anschließend unterhielt ich mich am vorerst letzten Sonntagmorgen mit ihr und versuchte sie von meiner Seite aus zu überzeugen. Gewisse Skepsis auf Grund der Vorgeschichte und der schlechten Erfahrungen waren natürlich verständlich, doch nach einer kurzen Unterhaltung und der Erläuterung meiner Seite bekam ich dann doch das OK Rooky am Samstag den 21.06.2008 zu mir zu holen.


Nun galt es morgens um 8:30h mit der gesamten Gruppe (Andrea und Andreas mit Sally, Theresa mit Eik und ich mit Rooky) ein letztes Mal in dieser Konstellation eine große Runde zu gehen. Dieses Mal suchten sie mir extra einen ganz anderen Weg mit einem See zum Schwimmen, Häschen im Vorgarten und Pferden auf der Koppel aus. Nach dem Spaziergang ging Rooky schweren Herzens noch ein allerletztes Mal zurück in seinen Zwinger, bis wir dann um 15h wieder ins Tierheim zurückkamen. Wir schauten uns noch einige Zeit in den anderen Zwingern um, gaben allen Hunden noch ein paar Leckerchen und gingen zum Schluß mit Sally und Rooky etwas im Auslauf toben. Nach einer kleinen Stärkung mit Kuchen und Kaffee kam dann die letzte Hürde. Die Vertragsunterzeichnung! Nun hieß es die persönlichen Angaben durchgeben, die Unterschrift auf das Papier bringen, das Geld überreichen und Rooky endgültig mit nach hause zu nehmen. Zumindest nachdem sich alle bekannten Gesichter von ihm ausgiebig verabschiedet hatten. Andrea, Andreas und ihr Sohn Dennis begleiteten uns noch bis zum Auto und wünschten uns eine gute Fahrt.

Diese Zwei haben sowieso sehr viel für mich getan. Von Anfang an, haben sie mich unterstützt, den Tierheim-Mitarbeitern von unseren Spaziergängen berichten und uns sogar als Dreamteam vorgestellt. Zum Schluss haben sie sogar extra Mittags noch mal versucht der Tierheimleiterin zu erklären das Rooky doch früher mit zu mir kommen sollte. Und auch als klar war, dass ich mittags noch mal zur Vertragsunterzeichnung wiederkommen sollte, haben sie mir angeboten mit ihnen die Zeit in Remscheid zu überbrücken und dann gemeinsam mit mir um 15h zurückzufahren. In diesem Sinne also ein ganz großes DANKE!

Nachdem wir nun auch zuhause angekommen sind, haben wir erstmal den Garten und alle möglichen Tiere erkundet. Kater und Katze wurden direkt mit neugierigen Augen bestaunt, wobei Molly sofort zeigte wer hier der Chef ist und wie sie zu Hunden steht ;o) So ist das bei den Tieren, Rangordnung muss direkt geklärt werden und schon kann das Leben hier beginnen.

Wie sich Rooky einlebt, wie er meine Freunde kennenlernt und das erste Mal mit zum Stall kommt, werde ich euch später berichten.

Das neue Familienmitglied ist endlich zuhause angekommen!

28 Februar 2008

In Memory!

Benno - nen besseren wirds nie geben!

Nur der Gedanke an die Zeit und die Gesellschaft mit Benno lässt es mir kalt den Rücken runter laufen und über all Gänsehaut bekommen.

Teil 2: Endlich mein Hund

Benno ging direkt durch ins Wohnzimmer und legte sich auf unser Sofa, so als wäre auch er endlich angekommen. Von da an waren wir ein Herz und eine Seele die nie wieder ohne einander konnten.

Der erste offizielle Spaziergang aus unserer Tür war die reinste Katastrophe. Warten bis die Tür weit genug offen ist, die Leineführigkeit beachten und auf andere Rücksicht nehmen. Ja, gewissen Regeln die Benno scheinbar als absolute Fremdwörter verstand. Kaum war die Tür einen Spalt weit offen, stürmte er hinaus, ich schlug mit der Schulter gegen die Tür, stürzte halb die Treppen hinunter und landete auf meinen Knien auf den schönen Pflastersteinen. Ich war von 0 auf 180. So groß die Freude auch war, so wichtiger waren mir die Erziehung und der problemlose Umgang mit meinem Hund. Ab diesem Tag trainierten wir unerbitterlich immer wieder das kontrollierte Bewältigen der ersten Schritte vor dem Spaziergang. Er hatte zu warten bis die Tür offen stand und ich das Kommando zum Rausgehen gab. Danach gab es ein weiteres Kommando um die Treppe in langsamem Tempo hinunterzugehen. Keine 3 Tage und Benno wußte genau dass es ein ewiges Geduldsspiel werden konnte wenn er nicht hörte. So sturr wie er war, so faul war er auch. Lieber alles richtig machen und schnell zum Gassi gehen aufbrechen, als stundenlang mit mir zu kämpfen.

Hatten wir dieses Problem gemeistert so traten noch einige andere auf. Doch es gab keine Zeit in der ich meine Entscheidung bereute.


Beim Spiel mit Stöckern und Bällen mußten wir lange Zeit immer wieder neu ausdiskutieren wer der Boss in dem Team war und welche Regeln streng zu gelten hatten. Zu Beginn schnappte er lauter Gier nach dem Stock, ohne auch nur im entferntesten darüber nach zudenken das sich evtl. irgendwo eine Hand befinden konnte, die den Stock so lange in der Luft hielt. Einige Schrammen und Diskussionen später spielten wir uns allerdings immer mehr ein. Benno lernte auch hier zu warten bis ich das Kommando gab und hatte somit viel mehr Spass am Spiel und entspannte sich immer mehr. Nun brauchte er keine Angst mehr haben den Ball oder den Stock zu verlieren, denn ich setzte die Regeln und somit gab ich auch die Sicherheit dass ihm alles erhalten blieb. Die wenigsten hätten gedacht, das der Hund, den man nie aber auch wirklich nie ohne Tennisball anzutreffen vermochte nun seinen Ball mitten im Gelände verlor und ihn erst Tage später wieder mit nahm, wenn er denn gerade Lust hatte. Das Spiel mit dem Ball blieb natürlich immer sein absolutes Lieblingsspiel - jedoch nun mit anderen Prioritäten.

Die lustigsten und auch schmerzhaftesten Erlebnisse waren immer noch, wenn man gemütlich die Feldwege daher schritt und man plötzlich exakt in Kniehöhe von einem dicken Baumstamm erfasst wurde und unglücklicherweise einfach mal aus den Schuhen gezogen wurde. Benno hatte die Angewohnheit nicht Stöcker, wie andere Hunde, sondern direkt ganze Bäume mitzuschleppen. Baumstämme mit einem Durchmesser von 15cm war da keine Seltenheit. Zuvor angeknackste umgefallene Bäumen fingen jedes mal seine volle Aufmerksamkeit ein, so dass er versuchte an jeglichen Bäumen zu zerren, bis er sie hintersich herschleppte. Kopf schütteln oder lautes Gelächter waren die häufigsten Reaktionen entgegenkommender Personen. Gelegentlich auch panische Blicke der Fahrradfahrer wenn Benno mit seiner Straßensperre und seinem Dickschädel nicht mal die Anzeichen eines Ausweichens zeigte. Mit dem Kopf durch die Wand, das Motto galt ja schon früher immer. *G*

So oft wir auch an einander gerieten und oft für längere Zeitabschnitte nicht von der Stelle kamen, weil der letzte Machtkampf noch nicht entschieden war, so hatten wir immer Spaß an der gemeinsamen Arbeit.
Stets wichtig für mich war, dass wir uns nicht nur verstanden, sondern das er mich als Rudelführer akzeptierte und mein Wort Gesetz ist. Mir bedeutete sehr viel dass ich mit ihm zuverlässig und entspannt arbeiten konnte.

Abends saßen wir dann zusammen vorm TV und schauten alle möglichen Sendungen. Dabei lag er laut schnarchend auf meinen Füßen und ließ sich kraulen. Bei einigen Serien kamen mir so lustige Ideen, wie das Tot stellen. Also trainierte ich mit Benno immer wieder das er sich flach auf die Seite legen mußte wenn ich "Tot" sagte. Er lernte schnell, wenn er auch Lust dazu hatte. Nach ein paar Versuchen verstand er was ich meinte und führte gewissenhaft die Übung aus.
Danach brachte ich ihm noch das Pfötchen geben mit beiden Pfoten abwechselnd bei. Er machte alles mit Freude mit und verlernte nichts. Wobei man natürlich seinen absolut eigensinnigen Sturrkopf nicht vergessen durfte. An einem Tag lernte er spielend leicht und am anderen schaute der einen von oben herab an und man konnte seine Gedanken genau in seinen Augen lesen "Also heute spinnt die Frau doch wieder. Als wenn ich mich jetzt hier tot stelle. Geh ich halt einfach woanders hin." Absolut frech, aber immer liebenswert.

Innerhalb der folgenden Jahre wuchsen wir alle immer mehr zusammen. Benno und ich waren eh von vornherein das eingeschworene Team und am Ende gehörte er einfach nur mit in die Familie und die Familie sichtlich zu ihm. Viele lustige Urlaube haben wir erlebt, wobei man heute einen wohl niemals mehr vergessen wird.


Nikolsdorf- Österreich - Kanu Camp
Wie jedes Jahr waren auch wir mit der ganzen Familie samt Hunde dabei. Eines Nachmittags sitzen wir an einer riesen Runde am Mittagstisch und genießen das Essen. Da kommt einer der Fahrtenleiter auf seiner Patrouille vorbei und geht auf Benno zu. Er knurrt und fletscht die Zähne und versucht somit genau klar zu stellen, das er keinen Kontakt mit ihm erwünscht. So ging ich hin, holte ihn samt Leine zu mir und aß nichts ahnend weiter. Die Situation war entschärft, der Besucher weit genug weg, da brauchte ich mir ja keine Sorgen machen. So weit zur Theorie. In der Praxis kam jedoch dieser Mann hinter mir her und versucht sich zu Benno herunterzubeugen und ihn anzufassen, da er vorher schon drohte und ihm die Person nun doch zu Nahe kam, schnappte er nach seiner Hand. Unglücklicherweise fing die Hand an zu bluten und entzündete sich innerhalb der nächsten Tage. Einige Krankenhausbesuche gingen vor rüber, eine Unterhaltung zwischen der Person und meiner Familie fand statt und dann kam das Grauen. Plötzlich, von einem Tag auf den Anderen, sollte Benno gefährlich und bissig sein, der mit Absicht zugebissen hatte. Zahlreiche Falschaussagen trafen bei uns ein, wo die eine Geschichte schlimmer und aufgebauschter war wie die andere. So ging die ganze Geschichte vor Gericht.
In dieser Zeit mussten wir mit Benno zum Amtstierarzt, danach zum Ordnungsamt (dort wurde er als absolut nicht bissig beurteilt) und anschließend vor 2 verschiedene Gerichte. Vor dem Amtsgericht wurden wir freigesprochen und der Kläger rollte alles nach einem Rechtsanwaltwechsel wieder auf und versuchte es in der nächsten Instanz, dem Landesgericht. Dort fanden der gesamte Prozess und die aufreibende Geschichte ein Ende. Wir wurden auch dort freigesprochen und die Gerichtskosten wurden auf den Kläger überschrieben.
Nachdem alles überstanden war und man zuhause wieder voll in den Alltag übergegangen war, konnten wir aufatmen und alles Revue passieren lassen. Bis heute hat mich dieser Vorfall geprägt.

Letztes Jahr am 2.August kam dann die überraschende Wende. Einen Tag zuvor war noch alles in Ordnung. Bis auf die Alterserscheinungen ging es Benno sehr gut und er war täglich fröhlich dabei. Von einem Tag auf den anderen ging es ihm sehr schlecht. Die Muskeln in seinen Hinterläufen bauten sich völlig ab, die Nerven konnten ihn nicht mehr aufrecht halten und der Krebs hatte seinen Tribut gefordert. Nun kam der schwerste und best überlegste Schritt für mich und Benno. Ich hatte zuvor immer geschworen sein Leben nicht aus egoistischen Gründen sinnlos zu verlängern. Er zeigte mir, dass es Zeit wurde und das ihm die Kraft verloren ging.
Die Entscheidung ihm von seinem Leiden schnell zu erlösen fiel mir sehr schwer, doch mit Unterstützung meines Tierarztes und den traurigen Augen meines Hundes entschied ich mich ihn gehen zu lassen. Am 10.August.07 hieß es den Mut zu fassen, genau das zu tun, was für Benno am aller besten war. Und genau diese Entscheidung dankte er mir mit jeder Minute. Katrin stand mir an diesem Tag bei und kam extra mit zum Tierarzt. Obwohl Benno niemals zuvor freiwillig und schon gar nicht ohne Zögern in die Praxis ging, so fasste er an diesem Tag den Mut und die Entschlossenheit und ging einfach mit mir durch. Ich hatte das Gefühl das er eher mich unterstützte und mir Kraft gab, als das es anders rum der Fall gewesen wäre. Genauso stärkte mir Katrin an diesem Tag total den Rücken und half mir wo sie nur konnte.
Benno war ganz ruhig und schlief dann mit seinem Kopf in meinen Händen ganz langsam ein. Ich merkte wie ihm der Schmerz genommen wurde und er sich völlig entspannte. In diesem Moment gab es keinen schlimmeren Augenblick und doch war es genau so wie ich es mir vorgestellt hatte.
Zuhause bekam er ein extra von meinem Vater ausgehobenes Grab mit seinen eigenen Pflanzen und konnte so in seinem Reich seine verdiente Ruhe finden.

- Benno, Traumhund und Weggefährte fürs Leben -