21 September 2008

Teil 2: Vom Tierheimhund zum Trickdog

Gerade vom Spaziergang zurück, vielleicht noch etwas auf der Couch gelegen und schon lässt sich der Hund wieder allen möglichen Mist einfallen. Erst werden Sachen geklaut, dann werden im Garten Löcher gebuddelt und wenn das immer noch zu langweilig ist wird einfach die Katze gejagt. Nicht weil man keine Katzen mag, nein, einfach mal so, weil das hinterher rennen so einen Spaß macht. Beschäftigung kann man sich auch irgendwo suchen.
Wenn ein ausgiebiger Spaziergang nicht reicht, was soll man dann tun?
Ganz einfach, man nutzt das Potential und die Motivation des Hundes um etwas Neues zu lernen.
Das Geschirr angelegt, die Leine eingeklinkt, die Bauchtasche mit Leckerlies umgeschnallt und los geht’s:
Angefangen habe ich mit Abgewöhnen des Bettelns. Gelernt hatte er nämlich, dass er immer wenn er sich vor einen setzt ein Leckerlie bekommt. Zum einen gefällt mir nicht, wenn der Hund
bettelt und zum anderen ist es keine Aufgabe, wenn er es sowieso von sich aus macht.

Erst habe ich ihn gerufen, dann kurz bevor er bei mir war das Kommando „Steh“ gegeben. Aus Gewohnheit hat er sich immer wieder hingesetzt, also habe ich ihn hingestellt, gelobt und das so lange wiederholt bis er verstanden hat dass es nur ein Leckerchen gibt wenn man stehen bleibt. Kaum war das verstanden war das Kommando eine Leichtigkeit für ihn.
Immer wieder denke ich mir neue Sachen aus, wie z.B. das Ablegen auf einem Baumstamm oder das Hochspringen auf einen Felsen. Rooky lernt sehr schnell und für Leckerchen tut er ja alles.
Sobald die Kommandos richtig saßen, kam etwas Neues hinzu. Mittlerweile kann er die Rolle und das Kommando „Tod“. Wobei die beiden Befehle gut aufeinander aufbauen…
Fasziniert hat mich immer schon der Sport „Agility“ und die Kunst einen Hund durch Slalomstangen zu schicken. Die passende Übung für uns zwei war schnell gefunden. Rooky sollte abwechselnd immer durch das nach vorne gehende Bein im zick zack laufen.

Jeder neue Trick wird erst langsam mithilfe von so einigen Leckerchen geübt, dann werden sie immer weniger bis er den Trick ohne viele Kommandos ausführt.
Manchmal fehlt die Motivation, manchmal ist alles andere interessanter, mal bin ich nicht ganz bei der Sache, doch wenn wir konzentriert arbeiten, dann lernt Rooky unwahrscheinlich schnell und achtet genau auf meine Kommandos.
Unsinnig aber doch gut für eine Beschäftigung ist unser neuester Trick.
Wenn wir über die Wege auf den Kohlebergen gehen, dann schicke ich ihn „Hoch“, d.h. er springt neben dem Weg auf den Hang, dann schicke ich ihn „Rum“ um den nächsten Baum und wieder „Runter“ auf den Weg.
Wenn er schon merkt dass ich ihn hochschicken will, schaut er aufmerksam zu mir hoch und kaum sage ich „hoch“ schaut er schon nach dem nächsten Baum um den er herum gehen könnte. Noch beschränkt sich die Übung auf ca. 1m Entfernung, doch mit etwas Training und Routine wird er sicher auch lernen um einen Baum zu laufen, der etwas höher auf dem Hang steht.
Es macht einfach immer wieder Spaß ihm etwas beizubringen und zu sehen welchen Spaß er daran hat.
Erlernte Befehle :
  • Sitz
  • Platz
  • Steh
  • Komm / Hier
  • Halt
  • Aus
  • in die Hand (Spielzeug in die Hand geben)
  • Voran
  • Pfötchen links und rechts
  • Tipp (die Nase berührt die Handfläche)
  • Hoch - Hopp
  • Rum
  • Runter
  • Tod
  • Rolle
  • zick zack durch die Beine laufen
  • Männchen
  • Ablegen auf Entfernung
  • Zurück (z.B. wenn er aufgestanden ist, bevor ich rufe)
  • ans Pferd (er soll neben dem Pferd gehen)
vom Tierheimhund zum Trickdog
– kann so ein Potential selbst in 1,5Jahren übersehen werden –