20 Juli 2008

Neueröffnung der Kletterhalle "Bergwerk" in Huckarde

15.März.2008

Nun bekommt die große Kletterhalle „Neoliet“ in Bochum Konkurrenz. Endlich eine Halle direkt um die Ecke.
Katrin unsere Kletterspezialistin, mein Bruder mit einigen Klettererfahrungen und ich als total unerfahrenes Mädel verabredeten sich und fuhren am besagten Samstagmorgen mit Sack und Pack gemeinsam zur Halle.
Die erste Schwierigkeit war die Findung der Halle zwischen den ganzen alten Zechengebäuden und die zweite die Findung des Eingangs in die Halle. Die Zeitplanung der Erbauer hatte leider noch nicht ihren Abschluss gefunden, so dass man sich zuerst auf einem Schotterparkplatz arrangieren musste, danach über einen provisorischen Weg zum Hintereingang geführt wurde und anschließend die teilweise schief beschrifteten Routen identifizieren musste. Abenteuererlebnis pur ;o) Obwohl es noch an einigen Ecken an der Ausarbeitung und Umsetzung fehlte, konnte sich die Halle bereits sehen lassen. Wände von 20m Höhe; Routen von verschiedenen Schwierigkeiten und eine attraktive Lage.
Katrin und mein Bruder tobten sich an den hohen Wänden aus, ich hingegen begab mich lieber an die sicheren und einfachen Routen. Die erste Wand hatte maximal eine Höhe von 5 oder 7m, begann allerdings bereits 10m über dem Boden auf einer Art Balustrade. Dazu sollte man wissen, dass sie auf 2 Etagen gebaut ist. Die 20m Kletterwände in der Mitte reichen vom Fußboden bis zu Decke. Die kleineren Wände beginnen auf der 2.Etage und reichen ebenfalls bis zur Decke. So haben auch die einfacheren Routen einen spektakulären Blick in die Tiefe und man befindet sich teilweise in einem Gefühl der Schwebe, wenn links neben einem nichts mehr ist und man dann direkt 20m in die Tiefe blickt.

Unter Anleitung und Hilfe versuchte ich mich später auch an einige für mich kniffligere Routen und war erstaunt wie schnell man zumindest etwas besser wurde. Eher weniger grazil als tollpatschig aber mit einer Menge Spaß kletterte ich munter durch die Gegend. So einfach meine Routen waren, so staunte man nicht schlecht als ein ca. 10Jahre alter Junge eine der technisch schweren Routen ohne jegliche Anzeichen von Angst und Bedenken hinaufkletterte und selbst die überstehende Säule in schnellen Zügen meisterte. Die Augen der Zuschauer beharrten gespannt auf die Tritte und Griffe des kleinen Künstlers und so sahnte er beim Abstieg reichlich Applaus und Anerkennung.

Beim Rundgang findet man in jeder Ecke etwas Neues. Vor allem die untere Etage birgt viele tolle Dinge. Angefangen mit der Boulderhöhle mit einer Beleuchtung wie in den Grotten in Frankreich, vorbei an den nachgeahmten Felsspalten bei der der erste Griff weit über Kopfhöhe positioniert ist oder die Routen über Eck und über zahlreiche Vorhänge. Die langen Strecken verlockten einige der Sportler gleichzeitig zu starten und an parallelen Routen ein Wettrennen zu veranstalten. Nicht nur das sie die Technik gut beherrschen, sondern auch die Kraft und Schnelligkeit unter Beweis stellen konnten. Direkt am Treppenaufgang konnte man die ersten Kletterer über sich an der Decke begutachten, die zuerst einen 2m langen Überhang bewältigen mussten um den Rest an der senkrechten Wand hinter sich zu lassen.

Der heutige Stand und die Zukunftspläne der Mitarbeiter lassen ein tolles und vielseitiges Abenteuerreich erhoffen. Mit angrenzendem Biergarten und integriertem Saunabereich.
So ging ein langer, schöner und auch anstrengender Tag zu Ende. Es ist immer wieder ein Besuch wert!