29 September 2007

Renovierung - Afrika zieht ein!

26.09. - 01.10.2007

2 Wochen Urlaub, 4 Jahre bis zur letzten Renovierung, 1 Zimmer ohne Flair...

Das Thema Afrika war schnell gefunden. Inspiration fanden wir in unzähligen Wohn-Idee-Zeitschriften, doch die Umsetzung der Farben war da schon die erste große Hürde. Im Baumarkt führten wir dann heiße Diskussionen mit einer "Fachfrau", so wurde meine Farbwahl als Augenkrebs bezeichnet. Es musste also eine andere Kombination her. Nach langem überreden einigten wir uns auf ein dunkles orange für den Sockel und auf einen sandton für die obere Wandhälfte. Das Hellgelb war von Anfang an festgelegt und wurde auch direkt akzeptiert. Die Farben gemischt, ein passendes Sonnenuntergangsposter eingepackt und den Rest gekauft, dann ging es wieder zur Baustelle.

Zeitgleich wurde der Flur nach etlichen Jahren vorbereitet zum Tappezieren und Streichen.
Mit Begeisterung malte ich die Farben an die Wand und bekam den ersten Schock. Der Sandton war eindeutig ein dunkles Ocker, was für mich absolut nicht ging. Das Orange war ein helles irgendwie seltsames Orange, das war noch annehmbar aber keineswegs entsprachen die Farben meiner Vorstellung von Afrika oder einer schönen Farbkombination.
Einige Stunden später kam ein Freund vorbei und schaute sich die Farben an. Seinem Beruf "Maler" entsprechend konnte er einschätzen wie die Farben wirken und wie sie angemischt wurden. Er bestätigte meine Vermutung, das man in diesen Tönen keine Wand streichen könnte und verriet mir dann auch noch, das diese Farben Reintöne seien und man die so nicht verwenden könnte. Damit brach mal wieder neue Wut in mir auf und ich wusste mir nicht mehr zu helfen. Andreas bat mir seine Hilfe an und kam am nächsten Tag vorbei um mir die Farben zu mischen. So wurde der Ockerton beiseite gestellt und ein helles orange mithilfe von weiß gemischt. Das Orange für den Sockel tönte er mit Rot ab und veränderte den Ton so nach meinen Wünschen, was allerdings nicht die leichteste Übung war. Entscheiden, für eine Farbe, ich??? Ja das war mal ne Aktion, aber mit Andreas Geduld kamen wir auf einen gemeinsamen Nenner und schon standen die Farben nach meinen Wünschen und das Zimmer war gerettet.



Ab in die Arbeitsklamotten und den Blaumann übergeschmissen. In diesem Out-Fit konnte es an die Arbeit gehen. Zuerst kam das Abkleben der Fußleisten, Türrahmen und Regalbretter. Zum Erhalt des Bodens musste er mit Papier ausgelegt werden und anschließend konnte die Decke gestrichen werden. Zuvor mussten alle Utensilien im Zimmer abgedeckt werden und eine große Plane mußte her. Im Nu verschwand der komplette Schreibtisch, das Sofa und somit mein gesamtes Zimmer unter einem großen grünen Ungetüm. Die Musik schallte unbestimmbar unter der Plane hervor, der Bildschirm des PCs leuchtete hindurch und so konnte die Arbeit beginnen. Nur wie kommt man an die Wand, wenn der Schreibtisch mit seiner Tiefe den Abstand bestimmte? Improvisation musste her und so ging es über Tisch und Bänke fürs Streichen.

Die Decke gestrichen, die erste Wand in hellgelb getaucht und nun hieß es wieder warten.
Am nächsten Tag ging es dann wieder von vorne los. Zuerst die Fußleisten abkleben, die Löcher mit Akryl ausfüllen und den Rand zu Decke so ordentlich wie es geht entlang malen. Zuerst wurden alle Ränder mit dem Pinsel entlang gemalt und zum Schluss wurde der Farbrand mit der kleinen Rolle vergrößert und zum Abschluß kam dann die große Rolle zum Einsatz. Damit wurde die Wand in ein gleichmässiges Orange getaucht. Doch nach der Trockenzeit zeichneten sich bereits die Farbschattierungen ab. Also noch einmal ran und alles zum zweiten Mal überstreichen. Damit begann die zweite lange Wartezeit.


Wieder einen Tag später wurde mit Hilfe einer Wasserwaage der Strich für den Sockel mit Bleistift gezogen und abgeklebt. Hierbei ist wichtig, das der Bleistiftstrich nicht überklebt wird, sondern für den Anstrich zum Übermalen frei ist.
Und wieder folgte das Verspachteln des Übergangs von Fußleiste zur Wand mit Akryl und das Vorstreichen der Ränder mit anschließendem Ausfüllen der gesamten Fläche.
Der erste Anstrich ist somit getan und wieder stoppt die Arbeit aufgrund der Trocknungszeit. Beim zweiten Anstrich wurde das Klebeband mit Akryl abgedeckt, damit der Übergang gerade verläuft und die Wand zum letzten Mal übergestrichen. Nach dem Abnehmen des Klebebandes war der Anstrich abgeschlossen. Die verdreckte Bodenabdeckung und die große Plane wurden abgebaut, zusammengelegt oder im Kontainer entsorgt. Nachdem auch die letzte Farbe gut durchgetrocknet war, konnte dekoriert werden.

Hierzu kamen die neuen Assesoirs zum Tragen. Afrika Figuren, Elefanten und Giraffen verzauberten das Zimmer in die Weiten von Afrika. Gewisse Erinnerungen und alte Dekorationen wurden mit eingebaut und stellten die persönliche Note wieder her.
Eine weitere Renovierung kam somit zum Ende und zeigte seine volle Wirkung im Alltag.