Amsterdam - Abenteuer garantiert !
07.09.-09.09.07
"Wochenende, Amsterdam, Grachten bei Nacht?" Warum noch überlegen? Die Arbeitskollegin spontan gefragt, das "Ja, bin dabei." einkassiert und los an die Planung. Freitag um 16h Feierabend, um 17h Treffpunkt zuhause und nach Packen des Autos reingesetzt und Abfahrt Richtung Amsterdam.
Nach einigen Überlegungen was wir so noch am Abend unternehmen wollten und wie unser Zeitplan für den nächsten Tag aussah wurden wir durch einen Sonnenuntergang in den tollsten Farben und einem Ausblick der überwältigte begrüßt. Das Ziel vor Augen, den groben Stadtplan in der Hand, das Navi eingestellt ging es direkt mitten durch die City zu einer komplett falschen Ecke von Amsterdam. Das Navi neu eingestellt und einen Umweg von ca. ner halben Stunde in Kauf genommen kamen wir doch an unserem Zielort an und luden erstmal alles aus. Der Anhänger gesellte sich zu den anderen in eine schöne Nische und dann wurde das Auto noch schnell an der Wiese geparkt.

Jeder schnappte sich was er tragen konnte und schon suchten Ella und ich uns ein schönes Plätzchen in der Nähe von Richie und Willi. Alles aufgebaut und eingerichtet ging es dann erstmal zu den Anderen und wir speisten ein paar Brote zum Abendessen.
Nach einer kurzen Nachtruhe warf uns der Wecker um Punkt 9 aus den Federn. Also raus aus dem Schlafsack *brrr kalt* rein in die Schuhe, die Waschsachen untern arm und ab zum Waschraum. Dort stapelten sich die Mädels, doch als Paddler ist man das ja gewohnt und arrangiert sich auch auf 2m² zu siebt *g*
Um 10h noch schnell mit allen gefrühstückt und schon um 11h waren wir auf dem Weg zur Haltestelle um mit der Straßenbahn Amsterdam zu erkunden. An der Central Station begannen wir unseren Ausflug in einer kleinen lustigen Runde und schon im ersten Süßigkeiten-Shop teilten sich die Wege. Wer war im Shop? Na klar... Ella und ich mussten uns doch eindecken.
Dann ging es direkt weiter durch die kleinen Gassen vorbei an vielen Souvenirläden und dann direkt auf die Suche zum Rot-Licht-Viertel. Genau, auf die Suche, denn beim ersten Mal fanden wir lediglich den kleinen Laden "Condomerie". Hier fanden wir alle möglichen Kondome in tollen Figurformen. Unter anderem einen Mountainbiker oder eine Windmühle, sehr süss eigentlich. Zum Test vor Ort gab es eine Maschine wo man die verschiedenen Kondome auf ihre Sicherheit prüfen konnte. Als kleines Souvenir kaufte sich Ella einen Kondom-Lutscher mit aufgemaltem Gesicht und so ging es dann zurück in Richtung Sightseeing.
Wir kämpften uns einige Gassen entlang, über mehrer Grachten (muss ja auch sein) und begaben uns dann zum absolut überfüllten Anne Frank Museum. Die Schlange erstreckte sich am gesamten Haus vorbei und um die Ecke die nächste Straße entlang und dann für knapp 8€. So genügte uns ein fixes Foto vom absolut enttäuschenden Haus und wir gingen direkt wieder zurück zum Ausgangspunkt. Vorbei an einem kleinen netten Kaffee direkt an den Grachten. Dort tranken wir Kaffee und Kakao und genossen das Flair der holländischen Grachtenstadt.

Wenig Zeit, viel zu sehen, also war unsere Rast nicht von allzu langer Dauer und unser wieder aufgegriffenes Ziel war das Rot-Licht-Viertel. Dieses Mal fanden wir es mit etwas Geduld nach einigen Straßenwendungen und schauten uns dort mal bei Tageslicht an. Mir war diese Straße bereits bekannt, doch die anderen zwei waren das erste mal dort.
Es ist schon ein seltsames Gefühl von Erotikkinobesitzern eingeladen zu werden oder von leicht bekleideten Frauen vom Fenster verscheucht zu werden, weil man potenzielle Kunden vertreiben könnte. Doch es hat sehr viel Spaß gemacht und man konnte sehen, das es eine ganz eigenen Welt darstellte. Am Ende hatten wir nur noch ein Ziel und zwar das Treffen um 14h am Neuen Markt, doch leider warf ein kleiner Anruf 200m vorm Ziel alles um. Der Treffpunkt hatte sich einfach mal spontan auf die andere Seite der Stadt verlegt. So liefen wir über eine Stunde komplett vom einen Ende von Amsterdam quer durch die gesamte Citykarte und kamen dann mit schlechter Laune, schmerzenden Füssen und einer Motivation die im Keller saß am Heineken Experience an. Dort setzten wir uns zu den anderen in die Kneipe und tauschten die blöden Karten im Wert von 2€ aus. Nachdem wir nun die Füße nicht mehr heben konnten beschlossen wir doch mit der Bahn zurück zu fahren.
Zum Abschluss gingen wir dann noch zu dritt durch die Shopping-Meile. Wobei Richie ein riesen Lob verdient hat, weil er freiwillig mitgekommen ist, obwohl das Shoppen ja bekanntlich der höchste Stressfaktor für einen Mann bedeutet. Wir haben uns extra zurückgehalten und kein Teil anprobiert. So kam ich mit einer neuen heißen roten Sonnebrille wieder und ein paar Postkarten zum Andenken. Auf dem Rückweg kaufte ich mir noch eine lustiges Eis. Es war zur Hälfte Sahne und zur Hälfte Softeis. Es wurde aber wie eine Kugel verkauft. Eine sehr interessante Erfahrung muss ich sagen, allerdings war der Zuckergehalt wahrscheinlich für ein Woche komplett gedeckt.

Zurück am Platz gabs direkt die erste Überraschung: Vorzug der Startzeit fürs Grachtenpaddeln. Somit gab es keine lange Pause und wir packten direkt unsere Boote. Nun wurde das Licht angebracht, die Enten aufgeklebt und die Steueranlage eingestellt. Um 19h gingen dann alle zu Wasser und um 19:30h kam dann der Startschuss für die ewig lange Fahrt. Zuerst war alles gut und spannend, doch leider verließ mich nach der Hälfte völlig die Kraft. Ella hat sich sehr viel mühe gegeben, doch leider reichte es nicht aus um mir den zweiten Mann zu ersetzten, so das ich ohne Training 23km einen nicht so einfachen Zweier schieben musste. Wir fuhren vorbei an vielen Hausbooten und schauten mitten in deren Wohnzimmer. Dann wurden wir im Rot-Licht-Viertel zur Attraktion und wurden direkt von mehreren Leuten fotografiert und gefilmt. Aber das spaßigste an diesem Streckenabschnitt war allerdings das es plötzlich zum Stillstand der Fahrt kam. Da waren wohl ein paar Männer vor staunen aus dem Rhythmus gekommen. Nenenneeee.... Keine 10Minuten später wurden wir dann allerdings auch mit einem Boot voller netter Jungs entschädigt. Dann war der Stau auf dem Wasser doch nicht mehr so schlimm *gel Ella?*
Danach ging es dann noch rund 7-10km weiter durch Amsterdam, vorbei am Blumenmarkt und durch interessante Grachtengassen. Dann kollidierte fast ein Touristenschiff mit einem 10er Kanadier, wobei uns der Atem stehen blieb. Hätte der Kanadier nicht mit voller Kraft rückwärts ausgewichen, wäre das wohl der erste richtige Unfall geworden, doch mit mehr Glück als Verstand kam keiner zu Schaden und die Fahrt konnte weiter gehen.
Wir sahen viele schöne beleuchteten Brückenbögen und schön eingerichtete Häuser. Mit absolut schmerzendem Nacken, tauben Armen ging es dann langsam und schleppend nach hause.
An der Umtragestelle lernten wir wieder mal die Hilfsbereitschaft der holländischen Männer kennen, so dass mir direkt jemand aus dem Boot half und es dann direkt selber aus dem Wasser holte. Leider konnte ich meinen Kopf weder zur Seite noch nach oben oder unten bewegen, also beschränkte sich mein Blickfeld auf starr geradeaus. Beim Einsetzen auf der anderen Seite half uns wieder jemand und so konnten wir nach einem freundlichen Gruß wieder weiter und die letzten 3km in Angriff nehmen. Wobei ich keine motivierten Worte mehr für Ella übrig hatte, so dass sie mich am Ende noch anfeuern musste, damit ich überhaupt durchhalten konnte. Da war der Motor doch langsam ohne Sprit unterwegs und erhaschte lediglich ein paar Tropfen von Zeit zu Zeit.

Kurz vor dem Ziel wurde es dann doch noch gruselig, weil es kein Licht mehr gab und die Äste bis zum Wasser hinunterreichten. Überall wehte der Wind durch die Blätter und die Enten machten komische Geräusche. Doch kurz vor dem Ziel kehrte die gute laune zurück. Uns übermannte der Stolz das wir nicht aufgegeben hatten und das wir es doch wieder geschafft hatten. Diese Strecke war das erste Jahr nicht für Anfänger ausgeschrieben und doch hatte Ella es mit mir durchgehalten. Das war ein dickes Essen wert. So stiegen wir um 00h aus dem Boot, verstauten es neben dem Anhänger und bauten noch die Lichter ab. Dann ging es zurück zum Zelt einmal, trockene Sachen anziehen und wieder zurück zur Feuerstelle. Im Kreis der Paddler wärmten wir uns am Feuer und warteten darauf dass unser Grillfleisch auf den Teller kam. Kaum wurde zum Essen gerufen verließen wir das Feuer und aßen mitten in der Nacht genüsslich unsere verdiente Stärkung. Danach übermannte uns die Müdigkeit und es ging ins warme Bettchen. Natürlich auf der bereits bekannten Doppelluma. Anders gehts ja auch nicht. Bisschen Luxus muss auch beim Zelten noch vorhanden sein *smile*
Mit einem abschließenden Frühstück ging wieder ein spannendes und erlebnisreiches Wochenende vorbei. Alles verstaut, den Anhänger wieder angehangen und nur noch nach hause.

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