In Memory !
Benno - nen besseren wirds nie geben!
Nur der Gedanke an die Zeit und die Gesellschaft mit Benno lässt es mir kalt den Rücken runterlaufen und über all Gänsehaut bekommen.
Teil 1: Die Vorgeschichte
Ich kann mich noch genau an die erste Begegnung mit dem hübschen großen Rüden erinnern. Ein etwas älterer Mann fragte ob wir ihn nicht für eine längere Zeit in Pflege nehmen könnten, weil er als Fernkraftfahrer wieder einen zeitraubenden Auftrag bekommen hatte. Gesagt, getan... Benno sollte für 3 Wochen in den Sommerferien zu uns kommen. Als der alte Besitzer ihn zu uns brachte, war das Eis schon gebrochen. Von dem Tag an, waren wir ein Herz und eine Seele. Ich konnte keine Bewegung machen ohne das er nicht jede genauestens verfolgte. Selbst die kleinste Veränderung wurde von ihm bemerkt und peinlichst analysiert. Jeden Tag war ich mit ihm unterwegs und versuchte ihm beizubringen, das man Stöcker besser abgibt wenn man möchte das man sie wirft. Doch genauso klug und toll er war, so sturr war er auch. Keinen deut besser als ich. So begannen die ersten scheinbar nie endenden Diskussionen in denen weder einer aufgeben noch kompromissbreit sein wollte.
Langsam verstanden wir uns immer mehr in Sachen Partnerschaft und Erziehung. So das ich öfter mal den Ball bekam und wir auf dem Feld zusammen spielen konnten. Doch irgendwie gingen diese 3 Wochen wie im Fluge um und ich stellte mich bereits auf den Abschied von ihm ein. Ein paar Tage bevor Benno abgeholt werden sollte, kam dann der fragende Anruf ob wir ihn nicht länger nehmen könnten und bereit wären für ihn ein neues Zuhause zu finden. Keine 2 Sekunden und das Glitzern trat in meine Augen. Könnte das klappen? Würde ich Benno vielleicht behalten können? War das sein voller Ernst? Die Gedanken kreisten nur und die Kalkulation war bereits im vollen Gange. Nun galt es erstmal meinen Vater zu überreden und zur Zustimmung zu bringen. Doch widererwarten kam das Ja ziemlich schnell, so das ich zuerst gar nicht wusste was los ist und mich dann auf der sicheren Seite sah. Man sollte nie den Abend vor dem Tage loben, denn das Nein von meiner Mutter kam im Gegenzug genauso schnell und in ihrer Meinung war sie dieses Mal sehr standhaft. Verständlich war es schon, weil wir bereits zwei Hündinnen hatten, aber nicht Benno. Nicht den Hund, der seid der ersten Minute an, mein absoluter Traum war. Aber es musste so kommen wie es dann schließlich kam.
Ich ging morgens wie immer in die Schule, wartete das ich endlich Schulschluß hatte um mit Benno raus zugehen, doch als ich zuhause ankam, war mein Hund nicht mehr da. Der erste Gedanke ging an das Gassi gehen, doch unsere beiden waren ja noch zuhause. Dann fragte ich meine Mutter, wo mein Hund wäre und darauf hin kam die schlimmste Antwort die ich je erwartet hätte.
"Ja den hat Heike abgeholt. Sie entscheidet sich bis heute abend ob sie ihn für immer behält."
Damit war nicht nur mein Stimmung bis auf den Grund gesunken, sondern auch alle meine Ideen für Benno und meine Zukunft. In diesem Moment hasste ich keinen mehr als meine Mutter und diese Heike. Egal wie lieb sie war und wie gut sie zum Benno war, das konnte alles nicht richtig sein.

Ich konnte die ganze Zeit den Gedanken an Benno nicht verdrängen auch wenn ich mich damit abgefunden hatte, das er ein neues Zuhause hatte. Das Band zwischen uns brach jedoch zu keiner Zeit ab, egal wo wir uns sahen oder wann wir uns trafen, ich freute mich jedesmal wie am ersten Tag. Ich konnte sehen das Benno es bei ihr gut hatte und das sie alles für ihn tat, so das ich schon wieder froh war, das er nicht zu irgendjemandem kam sondern bei ihr bleiben durfte. Ein Jahr lang lebte er mit Heike und ihrem Mann Andreas eine Straße weiter, dann kam eine sehr schlimme Gegebenheit, die ich meinem schlimmsten Feind nicht wünschen würde. In deren Haus fing es an zu brennen und Heike, sowie die kleine Hündin konnten sich nicht retten, sie schliefen während des Brandes und verstarben noch vor Ort. Andreas konnte sich retten, litt allerdings unter schwersten Verbrennungen und Benno rannte voller Panik im Garten und auf der Straße rum. Dort versuchten Feuerwehrmännern ihn einzufangen und bereiteten ihm noch mehr Angst, so das er sich nich tmehr anfassen ließ. Eine Freundin bemerkte es und lockte ihn zu sich. Benno suchte sofort Schutz bei dem bekannten Gesicht und ging mit ihr. Dann brachte sie Benno zu uns und uns wurde die Lage des gerade passierten erst bewußt.
Nun lebte Benno wieder für einige Wochen bei uns, solange bis Andreas sich von seinen Verbrennungen erholt hatte und sich in der Lage fühlte den Hund wieder mit nachhause zu nehmen. Dieses Mal war zwar der Abschied wieder schwer, aber es war für mich eine klare Sache. Er gehörte zu seinen Besitzern und diese brauchten Benno viel mehr als ich.
Ein weiteres Jahr lebte er alleine bei ihm, bis die neue Frau an seine Seite kam. Insgesamt 3 Jahre lebte Benno bei dieser Familie mit wechselnden Bezugspersonen bis ich mich entschloss mit einer Freundin vorbei zu gehen. Total nervös mit kribbeln im Bauch stand ich vor der Tür und wusste nicht was ich sagen sollte, dann schellte meine Freundin und die Tür ging auf. Nach dem ersten Hallo kam Benno schon an die Tür gerannt und begrüßte mich wild. Dann fragte ich ob ich vielleicht mit ihm spazieren gehn konnte. "Na klar, warum auch nicht?" So bekam ich drei Leinen in die Hand und Benno wurde mit 2 Halsbändern, einem Halti und einem Geschirr bestückt. Im ersten Moment etwas verwirrt, was ich damit überhaupt sollte fragte ich einfach ob ich nicht mit einem Halsband und einer Leine gehen dürfte?
Kurzes Grübeln ließ sich in ihren Gesichtern erkennen und als ich auf die Frage, ob ich ihn überhaupt halten könnte, ganz klar mit Ja antwortete stimmten sie zu. Also wie soll man denn bitte mit so vielen Leinen einen Hund führen? so ließ ich lediglich das Lederhalsband drum und nahm mir eine etwas längere Leine mit und wir zogen los.

Benno lief total locker, war immer aufmerksam und zog nicht einmal. Die Welt war wieder in Ordnung. Die Kondition reichte leider nur bis zum Ende der Straße und dann ging es nur noch mäßig bis schleichend vorran. Nach einer Stunde brachten wir ihn wieder zurück und ich freute mich noch ein zweites mal mit ihm zu gehen.
Beim zweiten Mal ging alles ganz anders wie erwartet aus. Kaum kam ich vom Spaziergang zurück wurde ich gefragt ob Benno nicht für 2 Tage bei mir bleiben könnte. Am liebsten hätte ich laut "Jaaa!!! Sofort!!!" geschrien, aber das ging natürlich nicht. Zuerst mussten meine Eltern zustimmen. Also kurz angerufen und doch tatsächlich das Ok bekommen. Als ich die gute Nachricht übermittelte kam als Antwort "Super das du ihn für 5 Tage nimmst" Hmm.. moment mal. Das waren gerade noch 2 Tage und jetzt schon fast eine Woche. Es stellte sich dann herraus das er ihn wirklich so lange bei mir lassen wollte. Nun ging das betteln bei meinem Eltern los. Nach einiger Zeit stimmten sie unter großen Bedenken zu und Benno blieb bis zum nächsten Wochenende bei mir. Kein Anruf, kein Besuch zwischendurch.
Dann kam der wieder einmal der Tag des Grauens. Ich brachte ihn zurück und wurde für mein Leben überrascht. Benno war keine 30Minuten bei denen zuhause, da kam eine Frage die ich seid Jahren gleich beantwortete "Möchtest du Benno gerne behalten?" Sollte das ein Scherz sein? Mir wurde kalt und heiß zugleich. Ich wußte nicht mehr was wirklich und was Traum war. Dann sagte ich ohne zu überlegen "Ja. Wollte ich schon immer" Oh nein, das wolltest du nicht sagen, dachte ich mir. Und nun begann mein größter Traum.
Benno durfte bei mir bleiben. So überschrieb er Benno auf meinen Namen und schenkte ihn mir mit all seinen Sachen unter der einen einfachen Bedingung ihn immer besuchen zu dürfen. Was ne Frage. Kann man sowas abschlagen, wenn man endlich den Hund haben darf, der einem seid der ersten Begegnung nicht mehr aus dem Kopf ging? Wohl kaum. Er packte alle Sachen von Benno und verabschiedete sich kurz. Von dort an war es mein Hund. Benno gehörte mir und sollte für immer bei mir bleiben. Nun hatte ich das Zepter in der Hand. Nie wieder sollte er von meiner Seite weichen....
!!! Ein Traum wurde wahr !!!

0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home