Schlangenfütterung
15.Okt.2007
Hohe Luftfeuchtigkeit, dichtes Blattwerk, exotische Landschaft, dazu Kamin, Glastisch & gemütliche Sitzecke.
Wie passt dasalles zusammen?
Ophelia & Olga, eine rot-orange, eine schwarz-weiß, beides Kornnattern im Terrarium leben Seite an Seite mit ihrem Futtermenschen Katrin.
Nun lockte für 2 Wochen das Kletterparadies in Sardinien die Aufgabe der Fütterung ging ersatzweise auf mich über. So hieß es:
Schlüsselübergabe, Informationsaustausch und Umgang mit der Schlange lernen...
Tag der Fütterung:
Motorradsachen angezogen, den Bruder eingepackt und auf zur Wohnung. Dort angekommen, wurden zuerst Überblick verschafft, die Anweisungen gelesen und die Aufgaben verteilt.
Ganz klar: Eingefrorene Mäuse aus der Box ins lauwarme Wasser legen? Neee... da musste der Bruder her. Ohne zu zögern nahm er die nötige Anzahl der Mäuse heraus und verstaute die übrigen wieder in dem Kühlfach. Was er kann, kann ich auch. Also das Kirschkernkissen ab in die Mikrowelle gelegt und gewartet. Dann die Mäuse im Wechsel zwischen Kissen und Wasserschale hin und her gelegt. Als dann die Körpertemperatur erreicht war, wurden sie im Kissen gebettet und von der Küche ins Wohnzimmer gebracht.

Nun musste die Futterbox auf den Tisch gestellt werden und die erste Schlange aus dem Terra geholt werden. Jaaa.. leichter gesagt als getan. Trotz kühler Temperatur sind die zwei nicht gerade die langsamsten. Nach kleiner Auseinandersetzung war doch die erste langsam in der Futterbox gesetzt. Ophelia, die schwarz-graue Natter, schlängelte sich durch die Box und züngelte zuerst alles ab. Dann nahm ich die erste Maus und bewegte sie vor ihr hin und her. Der Futterreiz wirkte und so packte sie zu. Man konnte regelrecht zuschauen wie der Kiefer immer weiter ausgerenkt wurde und die Maus Stückchen für Stückchen hinunter gleitete.
Eine sehr faszinierende Angelegenheit... Im Vergleich zur Schlange war die Maus sicher dreimal so breit und schien überhaupt nicht zu bewältigen zu sein. Doch die Tücken der Natur zeigten hier ihre volle Ausprägung.
Nun konnte man genau sehen wie die Maus den schlanken eleganten Körper entlang wanderte und kaum war die Hälfte des Körpers erreicht, durfte sie die zweite Maus fressen.
Als auch die zweite im Körper verschwunden war, konnten wir sie vorsichtig zurück ins Terra setzen.

Dasselbe Spiel begann nun mit Olga. Die farbenfrohe rot-orangene Kornnatter. Etwas jünger und etwas kleiner, doch scheinbar viel hungriger als die Erste. So züngelte sie direkt nach der Maus und es bedurfte keine paar Sekunden da hatte sie die Maus schon geschnappt und verschlang sie schrittweise wie Ophelia zuvor auch. Kaum war die erste Maus verschlungen suchte sie bereits nach weiterem Futter. Doch nach der Anweisung mussten wir warten bis die Maus die Hälfte ihres Körpers erreicht hatte, so blieb es noch ein Geduldsspiel für die kleine flinke Schlange. Kaum hatten wir den Zeitpunkt erreicht und mein Bruder reichte ihr die Maus in die Box, da kam sie schon entgegen und holte sie sich. Ob das wohl der Jagdinstinkt war?
Diese Maus war ein wenig größer und so hatte Olga ordentlich zu kämpfen, doch auch das meisterte sie ohne Probleme. Damit auch sie mit Ruhe verdauen konnte, setzten wir sie zu ihrer Freundin zurück ins schützende Terra und wechselten noch schnell das alte Wasser aus.
Luftfeuchtigkeit und Temperatur hatten genau die richtigen Werte und somit war unsere Aufgabe erledigt. Flink aufgeräumt und schon gings wieder nach hause.

Tag der Kontrolle und Handling:
Heute stand die Entleerung der gelben Tonne und die Einholung der Post auf dem Aufgabenzettel. Also fix die Tonnen auf die Straße und die Post eingepackt, dann hoch in die Wohnung. Olga und Ophelia lagen ruhig unter einer der Baumrinden und ließen sich keineswegs vom Besuch in der Wohnung stören. So nahm ich eine nach der anderen heraus und ließ sie etwas meine Hand und meinen Arm erkunden. Nach erster Skepsis schlängelte beide fröhlich überall hin wo es interessant schien. Dabei fiel auf, das Ophelia nie Halt suchte und unvorsichtig wie eh und je überall entlang schlängelte ob sie runter fiel oder nicht. So musste ich ständig aufpassen dass ich sie nicht fallen ließ. Olga hingegen verknotete sich spektakulär überall um meine Finger wie es nur ging. Sie hatte immer halt und versuchte immer auf der sicheren Seite zu bleiben.
Zwischenzeitlich sah ich nicht mal mehr wo vorne oder hinten sein sollte. ich hatte einen dicken Knoten Schlange in um meine Hand gewickelt. Faszinierend wie sie ihren Körper koordinierten und trotzdem wieder ungehindert losließen.
Nach einiger Zeit ließ ich beide wieder ins Terra zurück und reinigte noch eben die Wasserstelle, dann konnten sie wieder zurück in ihre Höhle und weiter schlafen.
Das sind aber auch echt freundliche und spannende Tiere.

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