11 Januar 2008

Neues Jahr neues Glück! Spruch oder Tatsache?

11.Jan.08

Ein ganz normaler Tag? Der morgens mit dem Aufstehen anfängt, mit der Arbeit und der Freizeit fortläuft und abends mit dem Feierabend aufhört? Das wäre ja langweilig. Wie wäre es damit:

Der Wecker klingelt. Dachte ich, nein falsch, die Uhr zeigt schon 30Minuten zu spät an und ich muss zur Arbeit. Dann ging der Stress wie jeden Morgen los. Endlich alles erledigt, die Motorradkluft angezogen ging es in die Garage. Ich holte meine Transalp aus der Garage wollte starten, doch nix ging. Verdammt, Batterie leer. Also Moped wieder zurück, ab ins Carport und die andere Maschine angeschmissen. NEIN... Tank leer. Was nun?
Wieder zurück zur Transi und doch noch Glück gehabt. Der armen war es nur zu kalt um auf den ersten Versuch zu Starten. Also rauf aufs Moped und losgefahren.
Auf dem Weg zu Arbeit fiel mir auf, das ich kein Wasser hatte und kein Geld um mir eins in der Kantine zu kaufen. Kleiner Abstecher zur Volksbank, Karte in den Automaten gesteckt, 10€ eingegeben und warten... Nicht verfügbar, nächster Alternativbetrag 20€. Na meinetwegen, eh schon spät dran und dann noch Theater mit dem Automaten. Egal... 20€ gezogen und weiter ging die Fahrt. Pünktlich auf der Arbeit angetreten, die Aufgaben den Tag über erledigt und um 16h pünktlich Feierabend eingeläutet. Wieder rauf auf die Maschine und los zum Stall. Nun hieß es das Pferd zu bewegen. Geputzt, gemistet, gefüttert und getrenst - Sattel hatten wir ja leider nicht - und los gehts zum Reitplatz. Das Pferd "Quelle" an den Rand neben die Bank geparkt und rauf aufs Pferd. Soweit zur Theorie... das erste Bein hang auf ihrem Rücken die erste Hand an ihrer Mähne doch genau in dem Moment wo mein zweites Bein die Bank verließ und ich mit Schwung auf den Rücken des Pferdes wollte, kam Quelle in den Sinn doch einfach schon mal loszulaufen. Geht ja schneller... Damit hatte ich nicht gerechnet, so hang ich an der Seite halb oben halb wieder unten. Hoch ging partout nicht, runter ist auch nicht optimal, allerdings die einzige Lösung. Also versuchte ich mich abzustützen und runter zuspringen - war ja nicht das erste Mal - doch dieses Mal kam ich nicht neben ihr auf sondern landete direkt unter ihr und sie trat zuerst auf meinen linken Fuß dann auf den linken Oberschenkel und zum Abschluss noch auf meine linke Hand samt Handgelenk. Ich merkte nur noch wieder Schmerz in die einzelnen Körperteile rann und Quelle noch während des drauftretens den Widerstand merkte und schnell den Huf von meinem Oberschenkel zog.
Tapfer aufgestanden, über den Platz gehumpelt, das Pferd fertig gemacht und die Wunden begutachtet. Zu dem Zeitpunkt noch nix weltbewegendes, ein paar Schrammen, ein paar Schmerzen aber nix blau und scheinbar nix gebrochen.
Der Effekt kam erst einen Tag später, der Oberschenkel verfärbte sich tief dunkellila und zusätzlich noch in verschiedene Nuancen von blau, grün und gelb.

Morgens mit dem Wecker aufgestanden, die Treppen zum Frühstück etwas mehr gehumpelt, ab zur Firma und die Arbeit aufnehmen. Keine 2m gehumpelt und der Chef hats entdeckt. Zuerst kam die absolut zu Recht erteilte Standpauke und dann die Anweisung sofort beim Arzt anzurufen und auf dem direkten Weg dort hin zu fahren. Tasche gepackt, zum Arzt, alles begutachten lassen und mit gutem Gewissen und ohne Bruch zur Schule gefahren. 4 Std. später ging es dann wieder Richtung Arzt, doch nur weil der Rechtsanwalt genau daneben sein Büro hatte. Also rein ins Gebäude und kurz überlegt ob die Treppen mit dem Bein gehen oder doch der Luxus von einem Fahrstuhl etwas schonender wäre. Ganz klar, der Fahrstuhl musste her. Also eingestiegen, die zweite Etage gewählt und losgefahren.
Wie war das gleich mit der Theorie und der Praxis? Genau, gehören absolut nicht zusammen. Die Türen schlossen sehr verzögert, doch sie bewegten sich schließlich. Der Fahrstuhl setzte sich in Bewegung, genau für 2 Sek. dann stockte er und blieb stecken. Die Innere Fahrstuhltür ging nun doch wieder für 20cm auf und ich konnte dahinter die verdreckte, verstaubte und zu allem unnütz verschimmelte Außentür erkennen. Die innere Tür ließ sich von Hand auf und wieder zu schieben, doch die äußere Tür war mit einem dicken Stahlhebel fest verschlossen. Man ist ja nicht dumm, und drück schön für 3 Sekunden den mit einem fiesen ohrenbetäubenden Ton unterlegten Notknopf bis jemand im Fahrstuhl zurück rief. Die Situation erklärt und dann ging die Suche nach dem Techniker los. Währenddessen versammelten sich die Sekretärin und mein Rechtsanwalt vor dem Fahrstuhl und versuchten mir mit ihren angeblich zugehörigen Schlüsseln zu helfen. Doch leider passte nicht einer der 7 Schlüssel und somit blieb nix anderes als Warten übrig. 30Minuten später traf der nett klingende Fahrstuhltechniker ein und fragte höflich "Darf ich sie retten?" Ich bitte drum, bekam er von mir als Antwort und kurzerhand schloss er die Außentür auf und ließ mich aus dem Gefängnis frei. Wenn es jetzt noch wie im Film gewesen wäre, mit dem Traummann hinter der Tür, dann wäre alles doch nicht verkehrt gewesen. Naja.. deswegen heißt es ja auch immer nur wie im Film. Im realen Leben kann einem das natürlich nicht passieren. Damit huschte ich an dem netten Techniker vorbei und begab mich doch die Treppe hinauf.

Wer glaubt dass zu diesem Zeitpunkt die Pechsträhne aufgebraucht wurde? Eigentlich alle, doch was solle man dann noch zu berichten haben... Pechsträhnen sind nicht an ihrem Ausmaß oder an ihrer Dauer bemessen, sie können sich auch immer wieder ein Schlupfloch suchen und bleiben einfach an einem haften. So kam ich in den Genuss zu erfahren wie es ist, wenn man in der Schulpause mitten in einer riesen Menschenmasse steht, sich hinhockt und genau in dem Moment die gerade mal 2 Tage alte neu gekaufte Hose vom Bund, vorbei an den Hosentaschen bis zum Knie aufreißt. Langsam aufgestanden, die Jacke vorsichtig ausgezogen und soweit runterrutschen lassen, das man sie fash um den Bauch binden konnte. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das wirklich kein einziger der Anwesenden diesen lauten Ratsch so wie die etwas herunterhängenden Fetzen an meiner Hose bemerkt? Genau, so ungefähr grob geschätzte 0%. Doch dieses eine Mal ist das Glück mit den geplagten und selbst die Mädels die genau vor mir auf dem Boden saßen haben keinerlei von dem zuvor passierten mitbekommen. Mit etwas Durchzug an den Beinen ging es dann vorsichtig in die Klasse und ich machte bei der ersten Stunde ohne etwas anmerken zu lassen mit. Danach ging es dann im vorsichtigen Laufschritt zurück zum Motorrad, die Motorradhose wurde durch die zerrissene Stoffhose ausgetauscht und es ging mit neuer Kleidung wieder zurück in den Unterricht. Grübelnde Blicke aufgrund des unauffälligen Motorradlooks verfolgten mich, doch nach der ersten Klärung verwandelten sie sich in absolut entsetzte bis belustigte Blicke.

So gelte ich als einmalig und als größte Pechsträhne der Umgebung.
Denn wenn ich mir mit grummelnden Magen einen Joghurt für die Salatsoße am Nachmittag kaufe, so ist es schon im Schicksal beschrieben, das genau diese Joghurtpackung platzt und das Essen somit an seiner Würze verliert *ggg*

Neues Jahr neues Glück! Und doch gibt es in diesem ganzen Chaos wieder eine Hoffnung.
Spruch oder Tatsache? Das lässt sich erst herausstellen, wenn die Misere hier sein Ende findet.